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Eingliederung II
Jetzt habe ich meine erste Woche Arbeit hinter mir und mir geht es richtig schlecht. Ich quäle mich dorthin und kämpfe mit dem Druck in der Brust. Woher es kommt, kann ich nicht sagen, Kollegen/innen mit denen ich bisher zu tun hatte sind alle nett und freundlich, der Assistent (der Marktleiter hat Urlaub) hätte mich schon nach Hause geschickt, aber ich lehnte ab. Die Aufgaben sind einfach, ich packe die Frische nach, gehe ins Leergut, doch da ich immer wieder ins alte Muster zu fallen drohe, ist es anstrengend auf mich zu achten und zu bremsen wenn ich wieder zu hektisch werde. Der Zusammenhalt in der Filiale ist großartig. Jeder geht mit ins Leergut und räumt. Wenn eine Palette voll ist, wird sie raus gezogen, bei uns wurde sie stehen gelassen.
Im Spätdienst bin ich dann mit dem Rad hingefahren. Tut mir ganz gut, auch wenn sich die Strecke mächtig zieht. Ich habe zwei Möglichkeiten dorthin zu kommen. Die eine ist langweilig und ohne Steigung, die andere ist auch langweilig hat aber langgezogene Steigungen, vor allem auf dem Rückweg, da ist es noch extremer aber diese ist rund zwei Kilometer kürzer. Am liebsten würde ich immer mit dem Rad fahren. Zeitlich brauche ich etwa doppelt so lange wie mit dem Auto, aber im Frühdienst würde ich dann doch gerne etwas länger liegen bleiben.
Habe ich was verpasst?
Hier wird genervt mit dieser Vuvuzela und es wird geböllert als wenn wir im Fußball gewonnen hätten. Dabei habe ich gerade mal nachgeschaut und es steht zur Halbzeit 0:0
Möchte nicht wissen was hier los ist wenn Deutschland heute gewinnt.
Eingliederung
Mit flauem Gefühl zur Arbeit gefahren. Was erwartet mich? Wie sind die Kollegen? Was mache ich? Mache ich auch alles richtig? Kann ich mir alles merken?
Wie irgendwo schon mal geschrieben habe ich im Moment große Konzentrationsschwierigkeiten. Vergesse auch schon mal worüber man sich gerade unterhalten hatte.
Ich kam am ersten Tag zur Arbeit mit meiner aus der Filiale mitgebrachten Kleidung. Der Assistent der anwesend war, meinte das geht gar nicht. Das passt nicht zur Filiale und gab mir ein anderes. Aber das ist mir schon aufgefallen, das die Märkte verschiedene Kleidung haben. Da er hörte das ich überall eingesetzt werden kann, steckte er mich in die Obst Abteilung. Die Kollegin war erfreut das sie Hilfe bekommt. Ich musste mich mehrmals selber ermahnen, damit ich ruhiger Arbeite, denn ich wollte schon wieder in Hektik verfallen. Denn ich musste ja immer alles schnell machen. Wir wurden dann pünktlich zu meinem Feierabend fertig.
Am nächsten Tag ging es mir schon wieder schlechter am Morgen. Ich wollte nicht hinfahren. Heute lernte ich dann die andere Kollegin vom Obst kennen. Sie machte mir Mut und Hoffnung. In dieser Filiale ist es sehr nett. Wenn dem Chef was nicht passt, dann sagt er das zwar auch nicht unbedingt freundlich, aber zwei Minuten später scherzt er dann wieder und alles ist vergessen. Sie sagte mir dann auch öfter mal, das ich einen Gang runter schalten soll.
Auch wenn ich bisher nur wenige kennengelernt habe, waren sie doch alle freundlich. Und doch bleibt meine Angst nicht durchhalten zu können.
Die nächsten Tage habe ich dann Spätdienst, mal sehen was mich dann erwartet.
Arzttermin
Nachdem mir der Fuß immer noch hin und wieder weh tut und die Salbe nicht hilft, hatte ich mir einen Termin beim Arzt geholt. Um sicher zu gehen, das es nichts ernsthafteres ist, schickte sie mich über den Flur zum Röntgen. Sie hatte extra auf die Überweisung "DRINGEND" geschrieben, um auch heute noch den Befund zu bekommen.
Bei der Anmeldung zum Röntgen wollte man mich nicht dran nehmen. Ich solle zu einem anderen Röntgen Institut gehen oder man könne mir einen Termin im Juli geben. Aufgewühlt wollte ich dann schon los gehen zum anderen Röntgen Institut. Doch ich ging dann wieder zu meinem Arzt und erzählte das ich wieder weggeschickt wurde, in der Hoffnung das die Arztpraxis etwas anderes erreichen könnte. Die Ärztin ging dann auch rüber und dann klappte es auch. Die Dame meinte dann das es nicht sein kann, das sie immer alle Notfälle bekommen.
Ich bin aber der Meinung, das die Patienten aus einem Ärztehaus keine großen Wege machen müssen, wenn denn schon ein Radiologe im Haus ist.
Auf den Bildern ist zu sehen das ich einen Spreizfuß habe. Erstmal wurde mir der Fuß getapt. Nächste Woche sehen wir weiter.
Sachen geholt
Mit S. bin ich zu meiner alten Filiale gefahren um meinen Schrank auszuräumen. Mir war Übel. Als ich dann drinnen war, hatte sich vieles geändert. Der Eingangsbereich wurde wieder mit einer Schranke versehen. Auch die Obst und Gemüseabteilung hat neue Schrägen bekommen und ist größer geworden. Als ich dann unseren Fleischer traf, bat ich nur darum das er mich reinlässt damit ich meine Sachen holen kann. Er fragte auch nicht weiter und ließ mich rein. Ich räumte meinen Schrank aus und wollte aus dem Pausenraum noch meine Tasse und die Dose mit dem Tee holen, doch es war nicht mehr auffindbar. Ob es ein anderer nur in Sicherheit stellte oder ob es entsorgt wurde, konnte mir keiner der anwesenden sagen. Ich suchte noch die Assistentin, die als Verantwortliche anwesend war, und bat um meine Gesundheitskarte. Ich erbat mir Zutritt in die hinteren Räume um auch noch aus dem Leergutbereich meinen Ventilator und Heizlüfter zu holen. Doch der Heizlüfter war nicht zu finden. Ich sah das wir einen neuen Leergutautomaten bekommen hatten, der die Einwegflaschen gleich Shreddert. Das Lager und die Rampe sahen sehr ungewohnt aus, so leer und aufgeräumt habe ich es in den ganzen Jahren noch nie gesehen.
Ich fragte auch nach meinen Kollegen und bekam zur Antwort er hat Urlaub und der andere ist Krank. Ich sprach noch kurz mit einigen anderen Kolleginnen, die meinten das es jetzt ruhiger zu geht wie vorher, doch meine Angst besteht noch. Was ja nicht bedeutet das ich nach der Eingliederung doch versuchen könnte dort hinzukommen.
Auf dem Rückweg fuhren wir noch zu dem neuen Markt. Der ist riesig, hat große breite Gänge und ich werde mich bestimmt verlaufen. Ich fragte an der Kasse nach dem Marktleiter, der aber nicht im Hause war. Eine andere Kollegin kam als Ansprechpartner und ich stellte mich vor und fragte nach meiner Arbeitszeit.
Ich fange Montag um 6:30 an, einerseits gut, dann habe ich den Rest des Tages frei, andererseits ist es ungewohnt so früh los zu müssen. Beim rausgehen machte mich S. dann noch darauf aufmerksam zu fragen, wo denn der Personaleingang ist, damit ich nicht erst noch suchen muß.
Wieder zu Hause
und ich will am liebsten wieder zurück. Das Haus verkommt zusehends. Auch neue Wasserflecken vom Mieter über mir sind dazu gekommen . Aber ich brauchte nicht lange warten und ich bekam frische Wasserflecken dazu. Vielen Dank dazu an meinen Nachbarn. Bei der Verwaltung kam ich auch noch nicht weiter, ich wurde irgendwie abgewimmelt und ich hatte noch nicht geschafft das gelernte hier anzuwenden. Aber ich bleibe dran.
Ab Montag werde ich dann die Reha Zeit eintragen. Ist schon komisch, erst wollte ich nicht so richtig hin, dann hatte ich Phasen wo ich weg wollte und dann würde ich manchmal gerne wieder zurück. Der geregelte Tagesablauf, die Bewegungsangebote und auch die Gemeinschaft, fehlt mir etwas. Die Zeit ist nur so gerannt.
Scherzkeks
Die Nichte rennt in Badehose auf dem Spielplatz durch den Rasensprenger. Mir wäre das Wasser ja viel zu kalt, sie freut sich über die Abkühlung wie auch die anderen. Später wurde der Sprenger neben die Rutsche gestellt. Alle anderen Kinder rutschten auf der nassen glitschigen Rutsche runter. Nur die kleine nicht. Auf meine Frage warum denn nicht, antwortet sie mir:
"Ich möchte nicht nass werden"
Abends duscht die Mama die kleine zu Hause ab, da sie sich im Sand panierte. Mama hat nicht so ganz die Temperatur erwischt, es war nur lauwarm und was sagt die kleine hier?
"Das Wasser ist kalt"
Abreise
Die letzten Sachen zusammen gepackt und zum Auto gebracht. Nochmals alle Schränke überprüft und das Zimmer für immer verlassen. In Ruhe gefrühstückt und mich von den anderen verabschiedet. Ich wollte gar nicht gehen, und so drehte ich nochmals eine Runde im Gebäude. Gegen 8:30 fuhr ich dann nach Hause mit einem eigenartigen Gefühl im Bauch. Wie es denn hier beruflich weitergeht werde ich sehen. Ich habe vieles mitgenommen, muß es aber noch umsetzen können.
Der letzte Tag
Beim Walken meldete ich mich ab. Mein Fuß lässt mir keine Ruhe. Abschluß Arztgespräch und Therapeutin. Der Entlassungsbericht wurde mit mir durchgesprochen, ob ich soweit einverstanden bin.
Auch am letzten Tag habe ich nochmals Hydrojet bekommen. Zum letzten mal Bewegungstherapie. Heute eine große Gruppe, da immer noch ein Engpass ist. Ich hätte mir sogar was wünschen dürfen was wir machen wollen. Mir ist es egal, hauptsache Fußschonend. EInige wollten Federball spielen, doch die Therapeutin sagte das können wir ja auch in der Freizeit spielen. Wir machten dann Dehnungsübungen.
Der letzte Termin für mich war dann bei der Sozialberatung. Re*e hat dem Antrag nicht ganz zugestimmt. Die letzten Wochen dürfen nicht mit fünf Stunden belegt sein, sondern nur mit viereinhalb Stunden.
Ich packte meine restlichen Sachen zusammen und brachte es schon zum Auto. Zurück blieb nur ein Bruchteil, welches ich heute oder morgen noch brauche, den ich dann am Morgen runter bringen werde.
Am Abend wollten welche Eis essen, ich lief mit, damit ich noch etwas Bewegung habe. Jeder holte sich so einen 500 ml Becher Eis. Mir wurde nur vom zusehen schlecht. Eine andere wollte zu meinem Abschluß noch einmal Uno spielen. Wir trommelten noch einige andere dazu und spielten und spielten. Das Glück war nicht auf meiner Seite und die anderen beschlossen so lange zu spielen bis ich auch mal Gewinne. Was dann auch nach einiger Zeit geschah. Ich werde diese Zeit vermissen.
Dampferfahrt
Da ich nun das Rad doch nicht mehr brauche, gab ich den Schlüssel wieder ab. Ich fuhr erst wieder nach Hause um den nächsten Teil der nicht mehr benötigten Wäsche abzuladen. Ich überlegte erst noch hier anzufangen zu putzen, doch den Gedanken warf ich schnell wieder weg.
Aus dem Grillen wurde leider nichts und wir machten dafür eine Dampferfahrt. Das Wetter war traumhaft. Am Abend als ich wieder zurück fuhr, war es schon komisch, die letzte Fahrt in dieser Richtung.
Ausgang (mal wieder)
Mein Ergotherapeut der heute Dienst hätte, kommt doch nicht, schade, hätte mich gerne noch von ihm verabschiedet. Ich mache schnell das Bild fertig, was in den Augen der anderen ganz toll geworden ist. Mir gefällt es auch, wenn auch nicht an allen stellen. Da kommt mein perfektionismus raus. Ich fahre schonmal etwas Einkaufen und dann nach Hause und liefere schonmal die Dreckwäsche ab. Fahre danach zu S. und der kleinen. Für später hatte ich mir eine Schale Erdbeeren gekauft, darauf freue ich mich schon.
Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Spielplatz., wo das Frühlingsfest veranstaltet wurde. Mit Hüpfburg und Ponyreiten, das richtige für die kleine. Ihre Freundin aus dem alten Kindergarten war auch dabei und die Zeit verging wie im Flug.
Ich traf dann hier zum ersten mal meine Mutter und ich hätte gerne darauf verzichten können. Ich Informierte sie ja das ich Verlängerung habe. Sie sagte vorwurfsvoll warum ich ihr sage ich komme erst später raus und dann bin ich jetzt schon da. Ich antwortete ihr knapp, das ich Ausgang habe und deswegen hier bin. Wo ich denn abgenommen habe, fragte sie auch noch, man sieht ja gar nichts. Komisch das alle anderen mich darauf angesprochen hatten, das ich abgenommen habe. Sie wollte auch wissen wie es so abläuft bei meiner Reha, doch als ich anfing zu erzählen, war vieles andere wichtiger, und sie hörte mir gar nicht richtig zu. Ich fühlte mich wieder richtig mies, schaffte es aber nicht, angemessen darauf zu reagieren.
Als wir dann bei S. zu Hause waren, war es auch schon so weit um loszufahren. Obwohl ich mich diesmal extra länger ausgetragen hatte. Aber wir hatten uns spontan für den nächsten Tag verabredet. Wir wollten grillen. Und auf Grund der Sternfahrt der Radfahrer muß ich schon früh losfahren, bevor die Sperrungen eingerichet werden.
Radtour allein
Der Tag wird richtig schön. Für den Nachmittag beschließe ich mit dem Rad zu fahren. Dazu muß ich mir gleich morgens ein Rad ausleihen. Ich habe Glück und bekomme ein gutes vernünftiges Rad. Ich fahre am Kanal entlang und lasse mich auf einer Bank nieder und lese. Das Rad ist richtig gut, es fährt sich wunderbar, hätte ich vorher schon dieses Rad gehabt, wäre ich bestimmt öfter gefahren. Ich beschließe das Rad zu behalten bis Sonntag, wenn keine Nachfrage kommt. 
Verschiedenes
Die letzte Stunde Ergotherapie. Enkaustik habe ich nicht wirklich Lust zu, vor allem wird es bei mir sowieso nichts. Ein Korb braucht länger. Da am Samstag offener Kreativtreff ist, beschließe ich, noch ein Fensterbild zu machen für die kleine. Habe eine unruhige Hand, will heute alles nicht so richtig klappen, schaffe es dann aber doch noch ein vernünftiges Ergebnis zu präsentieren. Unser Therapeut erklärte zwei neuen in der Gruppe so richtig wie sie vernünftige Bilder mit Enkaustik machen können. Hätte ich diese Anleitung vorher bekommen, dann wäre es bei mir bestimmt auch was geworden, das sah so einfach aus.
Beim Mittagessen ließ der Tischnachbar eine Bemerkung fallen, worauf ich gelassen aber im Nachhinein falsch reagierte. Er sagte mir, mein Essen sehe Scheiße aus, ich solle mich woanders hinsetzen. Zufälliger weise hatten wir anderen drei das gleiche Essen, nur er hatte was anderes. Das sagte ich ihm auch und schlug ihm vor das er sich ja woanders hinsetzen könne. Er ließ aber nicht wirklich Ruhe, worauf ich ihm sagte das die Behinderten Toilette frei sei und er sich dahin setzen könne zum Essen. Die anderen kamen dann auch zum Essen und er blieb dann ruhig.
Zum letzten mal Ausdauersport. Und der Fuß macht wieder mehr Probleme. Ich finde es schade das ich nicht so mitmachen konnte wie ich wollte.
Termine
Heute hetze ich wieder von einem Termin zum nächsten. Bei der Sozialberatung gab sie mir den Antrag auf Schwerbeschädigung den ich ausfüllen soll. Was ich nicht weiß, soll ich offen lassen. Der Antrag auf Wiedereingliederung wurde abgeschickt, jetzt hoffen wir das er so angenommen wird.
Fast beendet
So, ich habe es fast geschafft. Nach einer Verlängerung von einer Woche beende ich pünktlich zu meinem Geburtstag am Dienstag die Reha. Ich habe fleissig geschrieben und werde alles nach und nach hier Online stellen. Arbeitsmässig wird es hoffentlich auch bald weitergehen. Mehr dazu in den nächsten Tagen.
Bis bald
Letzte Woche
Meine Bewegungstherapeutin meint es wirklich gut mit mir. Ich bekomme diese Woche jeden Tag eine Anwendung, Hydrojet und Moorpackung wechseln sich ab. Ich finde es herrlich und genieße die letzte Woche noch.
Bei den Therapeuten ist ein kleiner Engpass und sie hetzen von einem Termin zum nächsten und so kommt sie zur Entspannung etwas zu spät. Damit ich nicht zu spät aus der Entspannung komme, hatte ich meine Uhr mitgenommen. Diese wurde mir von der Therapeutin abgenommen, da sie keine hatte. Sie war geschockt das es schon so spät war, sicherte mir aber zu, das sie mich trotzdem rechtzeitig rausschickt, damit ich zur Wassergymnastik kann. Eigentlich schade, denn heute klappte es wirklich gut. Aber auch die Wassergymnastik machte Spaß und später bei der Moorpackung konnte ich mich dann nochmal schön entspannen.
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