Ein Gespräch
Ich bin der Einladung der Gewerkschaft gefolgt. Es sollte eine Informationsveranstaltung geben für die Beschäftigten. Mit dabei ist auch der Betriebsrat (BR). Je näher der Termin kam, um so größer wurde der Stein im Magen. Nach der halben Weltreise und Orientierung wo ich denn lang muß, da ich es mir nur einmal kurz auf dem Stadtplan anschaute wo es ist, fand ich mein Ziel. Es standen schon einige Personen da. Kurzes Sammeln meinerseits und überlegen ob diese Frau vom BR ist sprach ich sie dann an. Ich kannte sie ja bisher nur vom Foto und hätte mich auch täuschen können. Doch sie war es. Ist aber kein aktiver BR mehr, kann aber noch Tipps geben. Aus ihrer Sicht würde sie von einer Versetzung abraten. Aus Erfahrungen wird es nicht ohne Stundenreduzierung, weiteren Fahrweg und anderer Bezahlung (Osttarif) von statten gehen. Eine andere vom BR die ich schon lange kenne und seit April wieder für uns zuständig ist, meinte auch in Bezug meiner Vergangenheit das es nicht günstig wäre. Sie kennt aber auch die Probleme die wir in dem Markt haben. Die eine Kollegin die seit über einem Jahr krank ist, ist immer noch nicht wieder da, sie hätte wohl wieder anfangen sollen, stand auch auf dem Dienstplan und schaffte es nicht am entsprechenden Tag zur Arbeit zu kommen. Das hatte ich von einer Kollegin erfahren die auch dort hinkam. Bei ihr kann ich mir auch sichersein das sie nichts weiter erzählt auf Arbeit. Von ihr habe ich dann so einiges gehört, das mich schon wieder stark zweifeln lässt dort noch einmal zu arbeiten. Mein Kollege war wohl auch einige Zeit Krak gewesen und hatte eine Operation zu überstehen. Nach seiner Genesung kam er wieder und wurde an die Kasse versetzt. Für jemanden der Kassieren kann eigentlich kein Problem, doch er saß noch nie an der Kasse. Unser anderer Kollege, die Ladenhilfe, ist auch schon lange Krank und hatte schon mehrere Operationen hinter sich. Die Obst- und Gemüseabteilung macht jetzt eine Kollegin aus der Kasse die die Ruhe weg hat. Aber nur die eine Abteilung und nicht wie wir, das wir noch alles andere nebenbei mitmachen mussten. Der Leergutautomat ist nur noch am Streiken. Die Kundenbeschwerden werden täglich mehr, teils durch auslistungen von Ware, schmutzigen Laden, weil man keine Zeit mehr hat die Regale zu putzen, aber meist wegen unfreundlichem Personal. Früher konnte man auch mal mit dem Kunden mitgehen und ihm sein Produkt welches er suchte am Regal zeigen, heute heißt es nur noch da und da liegt es, da man keine Zeit mehr hat, wenn denn mal Personal da ist. Nach diesem Gespräch ging es mir wieder richtig schlecht. Einerseits sage ich mir, es ist schade wie dort alles den Bach runtergeht, aber andererseits sollte sich doch die Geschäftsleitung mal fragen was da schief läuft. Ich kann mich noch erinnern das es früher Regelmässig Marktleiterwechsel gab. Lief ein Markt nicht richtig wurde der Marktleiter in einen anderen Markt versetzt und ein anderer aus einem besser laufenden Markt kam für frischen Wind. Nur unsere Marktleiterin schaffte es immer wieder nicht versetzt zu werden obwohl es schon zur Debatte stand. Vielleicht schaffen sie es da oben doch einmal frischen Wind in die Filiale zu bringen. Andererseits frage ich mich was passieren würde wenn ich doch wieder da hinkomme? Würde ich wieder ausgenutzt werden und müsste auf mehreren Baustellen gleichzeitig sein? Mir gehts so richtig übel wenn ich an die Arbeit denke.